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Alphütte von Grund auf neu gebaut

Die Gebrüder Krebs aus Riggisberg erstellten auf der Balisa eine Alphütte

Die Alp La Balisa auf 1414 Metern über Meer bildet die Wasserscheide beim Übergang von Schwarzsee nach Charmey. Sie liegt auch auf Gebiet der Greyerzer Gemeinde. Die alte Hütte stammte aus dem frühen 18. Jahrhundert und war in einem schlechten Zustand. Wie Kurt Krebs - der älteste der drei Brüder Krebs, in deren Besitz die Alp ist - erzählt, entsprach vor allem der Wohnteil nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Die Hirten zogen es vor, auf dem Heuboden statt im engen Stübchen zu schlafen.

"Lothar" forcierte Entscheid zum Neubau

Nachdem die Gebrüder Krebs vor rund 15 Jahren die benachbarte Alphütte La Magnena total saniert hatten, entschlossen sie sich 1997, die Erneuerung der Balisa in Angriff zu nehmen. Geplant war ursprünglich die Erstellung eines Anbaus und einer Jauchgrube. Die Baubewilligung lag 1998 vor und anfangs Oktober wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Dafür wurden mit Traktor und Anhänger 48 m3 Kies und 165 Sack Zement auf die Balisa-Passhöhe transportiert. 

Noch bevor die Bauarbeiten beendet waren, fegte am 26. Dezember 1999 der Wirbelsturm "Lothar" über das Freiburger Voralpengebiet hinweg. In den Wäldern der Gebrüder Krebs fielen rund 1000 m3 Schadholz an. Die Brüder Kurt und Peter Krebs, beide gelernte Zimmermänner, wollten das Holz nicht einfach liegen lassen. Da ein Abtransport aus finanziellen Gründe aber nicht in Frage kam, rüsteten sie das Holz in den folgenden Jahren auf der Alp zu. 2002 fassten sie den Entschluss, die Alphütte Balisa nicht nur zu renovieren, sondern total neu zu bauen. für den Bau der Magnena hatten sie auf der Alp eine Sägerei montiert. Diese wurde wieder in Betrieb gesetzt und es wurden 300 m3 Holz gesägt. Die beiden bald 70-jährigen Zimmermänner, die während Jahren nicht mehr auf ihrem gelernten Beruf gearbeitet hatten, holten ihr Fachwissen wieder hervor. Sie entwarfen die Pläne für den Neubau der Alphütte selbst. Zur Baueingabe brauchten sie allerdings die Unterschrift eines Architekten. Kurt Krebs, seit der Lehrzeit als Landwirt tätig, hat ein maßstabsgetreues Modell des ganzen Baus erstellt. Er hat dann auch die ganze Aufrichte aufgerissen und abgebunden. Peter Krebs, nach der Lehre in einem Betonfachgeschäft beschäftigt, übernahm die Verantwortung für die Betonbauten und die Organisation. Die Bauarbeiten wurden im Juli 2003 aufgenommen, mussten aber wegen Schneefalls mehrmals unterbrochen werden. Noch vor Wintereinbruch konnte der Dachstock aufgerichtet werden. Im vergangen Frühjahr, sobald der Zugang zur Alp wieder möglich war, wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Sie sind so weit fortgeschritten, dass am vergangenen Samstag die Einweihung des Neubaus stattfinden konnte.

Handwerker nur für Spezialarbeiten

Verbaut wurden 120 m3 Balkenholz, 34 m3 Fleckenholz und 4000 m Dachlatten. Dazu kamen 80 m3 Kies, 11 m3 Sand, 250 Sack Zement sowie 18 Tonnen Eternit für die Bedachung. Den größten Teil der Arbeiten erledigten die Mitglieder der Familien Krebs selbst. Für Spezialarbeiten wie Wasserleitungen, Plättchenlegen usw. wurden Handwerker zugezogen. Auch dabei handelte es sich meist um Leute aus der Landwirtschaft, die einen zweiten Beruf gelernt hatten. Vor allem waren auch die Frauen engagiert, die die Verpflegung der Bauarbeiter sicherstellten. 

Sehr viel Eigenleistungen

Der Neubau verrät, dass die Gebrüder Krebs ihr ganzes Herzblut mit einfließen ließen. Neben den Stallungen wurde neu auch eine Käserei, ein Milchgaden und ein Käsekeller eingerichtet. Der Wohnteil ist so konzipiert, dass sich auf der Balisa nun auch der Hirt wohl fühlen kann und Gäste empfangen und bewirtet werden können. Da der Weg über die Balisa stark begangen wird, steht neu auch ein Außen-WC zur Verfügung. Die unsicher Zukunft der Alpwirtschaft veranlasste die Gebrüder Krebs, auch auf den Tourismus zu setzen. Den größten Teil des Bauwerkes finanzierten die Familien Krebs selbst. Sie erhielten einen Beitrag aus dem Erneuerungsfonds des Meliorationssamtes und von der Berghilfe.

Milch wird verkäst

Die Balisa und die vier weiteren Alpen im Eigentum der Gebrüder Krebs umfassen total 120 Hektaren. Betreut werden die fünf Alpen von einem Hirten. In ihrer Obhut sind 130 Stück Vieh; ca. 24 Kühe, 86 Gusti. Aus der anfallenden Milch stellt der Hirte Alp-Käse und Mutschli her. Diese Produkte kommen vor allem in den Direktverkauf auf der Alp.